Steuerliche Vergünstigungen

Allgemeines

Die nachfolgenden Hinweise über Steuerliche Vergünstigungen sollen Ihnen nur erste Anhaltspunkte geben. Für detaillierte Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater oder Rechtsanwalt. Auch Ihr zuständiges Finanzamt hilft Ihnen gerne weiter.

Steuerbefreiung

Beim Finanzamt können Sie eine Steuerbefreiung auf Ihr eigenes, also das auf Sie zugelassene Auto beantragen. Das gilt auch, wenn Sie das Auto nicht selber fahren, sondern nur fahren lassen. Eine vollständige Befreiung erhalten Sie, wenn in Ihrem Schwerbehindertenausweis eines der Merkzeichen „aG“, „H“ oder „Bl“ eingetragen ist. Die steuerliche Befreiung beeinflusst in diesem Fall die unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Nahverkehr nicht. Bitte beachten Sie, dass Sie nicht gleichzeitig Ihre Kraftfahrzeugkosten als Werbungskosten geltend machen können.

Ermäßigung

Eine Ermäßigung von 50 % erhalten Sie bei den Merkzeichen „G“ oder „Gl“. Diese Ermäßigung erhalten Sie aber nur, wenn Sie gleichzeitig auf die unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Nahverkehr verzichten.

Um die Ermäßigung zu bekommen, müssen Sie bei Ihrem Versorgungsamt ein entsprechendes Antragsformular anfordern. Sie erhalten dieses sowie ein Beiblatt zu Ihrem Schwerbehindertenausweis ohne Wertmarke. Mit diesem Antragsformular beantragen Sie beim Finanzamt die Steuerermäßigung. Auf dem Beiblatt und im Fahrzeugschein wird dann die Steuerermäßigung durch die Steuerbehörde vermerkt. Soll zu einem späteren Zeitpunkt die Steuerermäßigung wieder aufgehoben und die unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Nahverkehr wieder in Anspruch genommen werden, muss das Finanzamt den Vermerk im Beiblatt wieder löschen und das Versorgungsamt das Beiblatt mit einer Wertmarke versehen.

Zu beachten

Wenn Sie eine Steuerbefreiung bzw. -ermäßigung beantragen, beachten Sie bitte, dass nur Sie das Fahrzeug benutzen dürfen, oder dass die Fahrten anderer Personen in direktem Zusammenhang mit Ihnen stehen müssen, z. B. ist das bei Einkaufsfahrten für Sie der Fall.

Behinderungsbedingte- und Besuchsfahrten

Darüber hinaus können Personen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 70 oder mindestens 80 % und einem Merkzeichen „G“ im Ausweis Kraftfahrzeugaufwendungen für behinderungsbedingte Fahrten bei Ihrer Einkommensteuerberechnung geltend machen (§ 33 EStG). Als angemessen werden in der Regel Aufwendungen für Fahrten bis zu 3 000 km angesehen.

Personen mit den Merkzeichen „aG“ oder „Bl“ oder „H“ (auch Pflegestufe III) können zudem neben den Aufwendungen für behinderungsbedingte unvermeidbare Fahrten auch die Aufwendungen für Freizeit-, Erholungs- und Besuchsfahrten in angemessenem Umfang geltend machen.

Nachweise

Die tatsächliche Fahrleistung ist nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, z. B. durch Führen eines Fahrtenbuches. Eine Gesamtfahrleistung für behinderungsbedingte, unvermeidbare und andere Fahrten von mehr als 15.000 km pro Jahr gelten in der Regel nicht als angemessen.

Kosten, die bei der Benutzung eines Kraftfahrzeuges für Wege zwischen Wohnstätte und Arbeitsplatz entstehen, können als Werbungskosten geltend gemacht werden. Diese Möglichkeit besteht aber nur, wenn Sie beim Finanzamt nicht schon eine Steuerbefreiung beantragt haben.

Ansatzberechtigt sind Personen, deren Grad der Behinderung mindestens 70 % beträgt und / oder Personen mit einem Behinderungsgrad von weniger als 70, aber mindestens 50 % und einer erheblichen Einschränkung ihrer Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr.

Als Werbungskosten sind insbesondere ansatzfähig: Absetzungen für Abnutzung (Abschreibung), Betriebsstoffe (Benzin, Öl etc.), Reifen, laufende Reparaturen, Miete für einen Pkw-Stellplatz, Kraftfahrzeugsteuer, Versicherungen und Beiträge für einen Automobilclub. Sie müssen diese Aufwendungen durch Belege nachweisen. Ansatzberechtigte Personen, die mit ihrem eigenen oder ihnen zur Nutzung überlassenen Kraftfahrzeug von einem Dritten zur Arbeitsstätte gebracht und wieder abgeholt werden, können auch die Aufwendungen als Werbungskosten geltend machen, die ihnen durch die An- und Abfahrt des Fahrers entstehen.

Alternativ besteht noch die Möglichkeit, die Kilometersätze für Dienstreisen für jeden Kilometer von und zur Arbeitstätte anzusetzen. Bei dieser Möglichkeit müssen Sie die Aufwendungen nicht mit Einzelnachweisen belegen. Derzeit gelten Kilometersätze für Dienstreisen mit einem Pkw von 0,30 €.

Behinderten-Pauschbetrag

Auch ist es möglich, an Stelle einer Steuerermäßigung nach § 33 Einkommensteuergesetz (EStG) einen Pauschbetrag nach Absatz 3, § 33b EStG geltend zu machen (der sogenannte Behinderten-Pauschbetrag).

Anspruchsberechtigt sind Personen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 % oder Personen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber mindestens 25 % , wenn Ihnen zudem entweder wegen Ihrer Behinderung nach gesetzlichen Vorschriften eine Rente oder sonstige laufende Bezüge zustehen, die Behinderung zu einer dauernden Einbuße der körperlichen Beweglichkeit geführt hat oder auf einer typischen Berufskrankheit beruht.

Behinderungsgrad und Höhe des Pauschbetrages (Absatz 3, § 33b EStG)

25 % oder 30 % 310 €
35 % oder 40 % 430 €
45 % oder 50 % 570 €
55 % oder 60 % 720 €
65 % oder 70 % 890 €
75 % oder 80 % 1.060 €
85 % oder 90 % 1.230 €
95 % oder 100 % 1.420 €

 

Für behinderte Menschen, die hilflos sind und für Blinde erhöht sich der Pauschbetrag auf 3.700 € .

Steht der Behinderten-Pauschbetrag einem Kind zu, für das der Steuerpflichtige Anspruch auf einen Freibetrag oder auf Kindergeld hat, so wird der Pauschbetrag auf Antrag auf den Steuerpflichtigen übertragen, wenn ihn das Kind nicht in Anspruch nimmt. Dabei ist der Pauschbetrag grundsätzlich auf beide Elternteile je zur Hälfte aufzuteilen. Auf gemeinsamen Antrag der Eltern ist eine andere Aufteilung möglich.